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Veranstalter: Arbeitskreis Kultur +Geschichte
Jochen Hasenmayer,
geb.1943, ist ein Höhlentaucher und -forscher
aus Birkenfeld in Baden-Württemberg,
der durch seine spektakulären Tauchgänge und
Entdeckungen
immer wieder für Schlagzeilen sorgte.
Bereits seit den sechziger Jahren
hat er viele Karstquellen in Süddeutschland betaucht,
so den Aachtopf, den Blautopf
und die Falkensteiner Höhle.
Bekannt ist er vor allem durch die Entdeckung
der ersten lufterfüllten Halle
des Blautopfes nach etwa 1500m, dem Mörikedom.

Freitag,
24.6.05
 

 

Fotos F.Luwe

| SOMMERBÜHNE /
HASENMAYER ZEIGT FASZINIERENDE BILDER AUS DER BLAUHÖHLE |
| Langer Ausflug in die
Tiefe der Alb |
| Vom U-Boot aus
viele Entdeckungen gemacht - Theorie vom Wasserreservoir untermauert |
| Mit auf eine
"Tauchfahrt ins kalte Herz der Alb" nahm Jochen Hasenmayer die Zuschauer
vergangenen Freitag an der Bühne vorm Blautopf, um den es im
Vortrag ging. Mit rund 600 Zuhören war die Tribüne fast voll
besetzt. |
| EVA MENNER |
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BLAUBEUREN: Bereits
seit 44 Jahren taucht der Unterwasserhöhlenforscher Jochen
Hasenmayer im Blautopf. Seit einem Tauchunfall im Jahr 1989, der eine
Querschnittlähmung zur Folge hatte, ist der 63-Jährige in
seinem selbst konstruierten Mini-U-Boot, dem "Speleonaut", zu deutsch
"Höhlenfahrer", unterwegs. 1985 hatte er mit der Entdeckung des
1250 Meter im Innern gelegenen "Mörikedoms", einer mit Wasser und
Luft gefüllten Halle, für eine Sensation gesorgt.
Sicherheit geht beim Tauchen über alles. So erzählte der
bekennende Sicherheitsfanatiker dem Publikum zunächst einmal von
den vielfachen Absicherungen, die er früher als Taucher betrieben
hat. "Beim Höhlentauchen sterben im Vergleich 130 Mal mehr Menschen
als in offenen Gewässern, und wenn das Panikprogramm abläuft
ist man verloren", sagte der erfahrene Höhlentaucher.
In seinem Speleonaut fühlt er sich recht sicher und wohl. "Die
Luft reicht für vier Tage, ich sitze im Warmen und muss auch keine
170 Kilogramm schwere Taucherausrüstung mitschleppen",
erklärte er. Viele seiner Entdeckungen habe er erst mit dem
Speleonaut gemacht, weil er da mehr Muße zur Erkundung gehabt und
er sich in Ruhe umschauen hätte können.
Hasenmayer zeigte alte Aufnahmen von der Entdeckung des
"Mörikedoms", die er als Taucher gemacht hatte, sowie Aufnahmen von
einer Tauchfahrt mit dem Speleonauten - auch wieder mit
spektakulären Entdeckungen - die er Ende 2004 unternommen hatte.
Dort war er insgesamt 1,8 Kilometer weit in das Höhlensystem
vorgedrungen und hatte hinter dem "Mörikedom" zwei neue, bisher
unbekannte Höhlenhallen entdeckt. Nach dem "Mörikedom" seien
dies die beiden nächstgrößten deutschen Höhlenseen,
sagte Hasenmayer. "Mittelschiff" und "Äonendom" hat er die Hallen
getauft, zusammen mit dem "Mörikedom" bilden sie eine 200 Meter
lange Halle, von er als Drei-Seen-Halle spricht. Sie sei die
älteste Tropfsteinhöhle der Welt, so Hasenmayer, der die
Entstehung der Blauhöhle in eine Zeit vor mindestens 25 Millionen
Jahren datiert.
Die Gründe für diese Datierung erläuterte Hasenmayer
ausführlich. Auf seinen Filmaufnahmen wies Hasenmayer auf viele
Beweise für sein Theorien, unter anderem Tropfwasserrillen und
Tropfsteine unter Wasser hin, die zeigen, dass die Höhlen
lufterfüllt gewesen sein müssen. Mit dieser Feststellung im
Zusammenhang mit den bekannten geologischen Gegebenheiten untermauerte
er seine Theorie. "Solange es eine Donau gab, gab es dort aber keine
Luft", schließt Hasenmayer aus der Tiefe der Höhlentiefe.
Also müsse die Blauhöhle auf jeden Fall älter als 25
Millionen Jahre sein und nicht, wie die Geologen sagen, höchstens
zwei Millionen Jahre.
Vier Gangsysteme übereinander, vier "Höhlengenerationen" muss
es seiner Meinung nach im Bereich der Blauhöhle geben.Er hält
die Blauhöhle für einen Teil eines weit verzweigten und
zusammenhängendes Höhlen- und Flusssystems, das sich von der
Schwäbischen Alb bis weit ins Alpenvorland erstreckt. Die
Höhlen seien versunken, als die Alpen aufstiegen und sich die
Ur-Alb unter den nördlichen Alpenrand gedrückt worden sei. Das
war vor rund 25 Millionen Jahren der Fall, so alt müsse die
Blauhöhle sein.
Riesige Höhlentherme
Hasenmayer ist überzeugt, dass die
Höhlen im Voralpenland heute in einer Tiefe von vier bis fünf
Kilometern liegen. In einer solchen Tiefe sei das Wasser rund 130 Grad
heiß. Er nannte das Höhlensystem die "erste Höhlentherme
der Erde" mit einem unglaublichen Energiereservoir. Hasenmayer hält
die Nutzung für technisch und finanziell für machbar. "Das ist
die Energiezukunft unsere Erde", ist er sicher. Wenn man eine Höhle
wie den Blautopf anzapfe, könne man mit der gewonnenen Energie 15
Millionen Menschen ein ganzes Jahr lang mit Heizenergie versorgen.
"Wenn man realistischerweise damit rechnet, nicht gleich auf ein Quelle
mit derartiger Wasserschüttung zu stoßen, kann man immer
noch von einem Zehntel, das sind 1,5 Millionen Menschen ausgehen."
Zudem sei das Wasser reinstes Trinkwasser, damit das größte
Trinkwasserreservoir Deutschlands und durch Sedimentschichten
geschützt vor allen Umwelteinflüssen.
Leider strapazierte Hasenmayer die Geduld der Zuschauer etwas zu sehr,
schon bevor er gegen 0.30 Uhr zum Ende seiner Ausführungen kam,
hatte sich ein Teil des Publikums auf den Nachhauseweg gemacht. |
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| Erscheinungsdatum:
01.07.2005, Copyright Das Blaumännle |
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